Radfahren in Dolenjska

Ljuben-Radweg

Ich fahre auf Einladung meiner beiden Radsportfreunde Jože und Luka nach Dolenjska. Wir haben uns vor Jahren kennengelernt, als wir uns eine Etappe des Giro d’Italia an der slowenisch-italienischen Grenze angesehen haben. Seit ich mit dem Radfahren begonnen habe, habe ich den Eindruck, dass alle Radbegeisterten irgendwie miteinander verbunden sind. Wenn man schöne Natur, Sport und gutes Essen kombiniert, sind tolle Erinnerungen garantiert.

Das Landschaft von Cviček ist heute wolkenverhangen, so ist es leider schon den ganzen Sommer. Wir begeben uns auf einen teils betonierten, teils geschotterten Radweg, der auf schmalen Pfaden durch den Wald und entlang des Flusses Krka sowie über ein paar Holzbrücken nach Novo mesto führt. Die Strecke ist 50 km lang und hat etwa 500 Höhenmeter. Dank einiger flacherer Abschnitte sind die Anstiege für den Durchschnittsradler nicht allzu anspruchsvoll. Die Strecke dauert drei bis vier Stunden, je nachdem, welche Stopps Sie einlegen.

Wir starten auf dem Parkplatz des Fahrrad-Hotels Ravbar, wo man sich gerne um jeden Radfahrer kümmert. Den größten Teil der Strecke fahren wir auf dem Radweg, aber am Ende biegen wir auf einen Waldweg ab und nehmen die letzte Steigung auf Schotter. Die Route führt uns ganz am Fuße des Ljuben-Berges entlang. Das Gelände ist nicht anspruchsvoll und es gibt einige schöne Wege entlang des Hauptschotterweges, die ein wenig Abwechslung bringen.

Unser erster Halt ist das Weinberghäuschen von Jože. Schön eingerichtet und sorgfältig restauriert liegt es inmitten der Weinberge. Der Eigentümer (Jože Ravbar aus Novo mesto) ist im Tourismus tätig und führt gerne persönlich Radfahrer und Gruppen durch seine Heimat Dolenjska – und lädt sie auch zu einem Glas erstklassigen Blaufränkisch-Wein ein. Wenn ich könnte, würde ich für immer hier bleiben, aber ich muss zurück aufs Rad. Auf unserer Fahrt vorbei an endlosen Weinbergen, Häuschen und Hügeln machen wir immer mal wieder Rast. Allmählich geht Steigung in eine Talfahrt über, und wir bewegen uns in Richtung Dolenjske toplice. Es handelt sich um eines der ältesten Dörfer unserer Region, das für sein Angebot an Kur- und Wellnessleistungen bekannt ist.

Wir radeln durch die Felder von Meniška vas bis nach Soteska. Leider ist von der Festung nicht mehr viel übrig, außer den mit Grün überwucherten Mauern, aber der Teufelsturm ist gut erhalten. Es heißt, dass die Auersperg-Fürsten hier ganz besondere Feste gefeiert haben. Den Schlüssel zu diesem Wahrzeichen erhalten Sie in der benachbarten Turn Bar, so können Sie einen Blick hineinwerfen. Die Bilder im Inneren sind natürlich weibliche Figuren, die Liebe und Hoffnung vermitteln. Die Energie dieses Ortes ist mystisch.

Wir fahren weiter entlang der Überreste der alten Eisenbahn, die einst zu den Staatsreservaten führte, immer mit dem glitzernden Fluss Krka im Hintergrund. Heutzutage kommen die Besucher in Scharen, denn hier wurde kürzlich eine beliebte slowenische Serie gedreht. Ich muss zugeben, dass mich das nicht besonders berührt, aber die Geschmäcker sind verschieden. Allerdings ist nicht schwer zu verstehen, warum die Region Dolenjska so viele Poeten fasziniert und inspiriert hat. Da mich das Wasser immer beruhigt, hatte der letzte Teil der Fahrt für mich etwas Meditatives, auch wenn es mehrere Gelegenheiten gab, für einen schnellen Schluck Cviček anzuhalten. Obwohl im Stadtzentrum gerade Renovierungsarbeiten stattfinden, konnten wir unsere Fahrt mit einem Besuch der hölzernen Ragovski-Brücke beenden, bevor wir zu unserem Fahrrad-Hotel Ravbar zurückkehrten.

Ich bin sicher, dass ich bald wiederkommen werde.

Tit Košir